3D-Formate im Überblick

3D-Wiedergabe ist schon seit einiger Zeit ein wachsender Trend in der Heimunterhaltung. Es gibt allerdings zahlreiche unterschiedliche 3D-Formate, die sich hinsichtlich der Wiedergabequalität und der Darstellungsmöglichkeit teilweise recht stark voneinander unterscheiden. Nicht jeder Player unterstützt jede Darstellung, nicht jeder Film wird in allen Formaten angeboten, nicht jedes Anzeigegerät setzt auf den gleichen Standard. Aktuell bemüht sich Dolby mit einem "Dolby 3D" genannten Standard das Format-Chaos auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen - dieser soll auf lange Sicht bei autostereoskopischer Wiedergabe ohne zusätzliche Brille liegen. Doch bis es so weit ist, hilft die Kenntnis der verschiedenen 3D-Formate, die wir in diesem Artikel vorstellen, im Umgang mit der aktuellen 3D-Technik.

3D Side-by-Side

Eine der gängigsten Darstellungsmethoden für 3D-Inhalte ist Side-by-Side. Dabei werden zwei Bilder mit dem für den 3D-Effekt wichtigen leichten Versatz nebeneinander dargestellt. So ist für jedes Auge ein Bild vorhanden, die abwechselnd auf dem Wiedergabegerät dargestellt werden. Side-by-Side unterstützt sowohl die Darstellung in hoher, verlustfreier, Qualität mit 3840 x 1080 (zweimal FullHD) als auch die Darstellung mit halber Auflösung. Dabei werden die einzelnen Bilder in 960 x 1080 Bildpunkten gespeichert, was zwar eine etwas schlechtere Bildqualität aber auch eine starke Reduktion der anfallenden Datenmengen zur Folge hat. Bislang ist im Fernsehbereich die Darstellung in halber Auflösung gängig, Computer mit Nvidias 3D-Vision beherrschen jedoch auch die Anzeige in voller Auflösung.

Top-Bottom (Above-Below)

Bei der Top-Bottom-Darstellung werden zwei Bilder, je eines für das rechte und für das linke Auge, übereinander im Datenstrom positioniert. Das Wiedergabegerät rechnet diese Bilder für die Darstellung entsprechend auf die linke und rechte Seite der Darstellung um. Am PC gibt es die Möglichkeit, die Einzelbilder in voller Auflösung mit 1920 x 2160 zu speichern. Aufgrund der dabei anfallenden größeren Datenmengen wird im Heimkino aber eher auf eine gestauchte Wiedergabe mit halbierter horizontaler Auflösung gesetzt. So arbeitet Sonys PlayStation 3 im 3D-Modus mit 1920 x 540 Pixeln. Gegenüber der Side-by-Side-Methode spart aber auch die Darstellung in voller Auflösung etwas Bandbreite.

Row-Interleaved

In der Row-Interleaved-Darstellung wird das Bildsignal zeilenweise für jedes Auge verarbeitet. Diese Technik wird oft in Verbindung mit Polfilterbrillen und entsprechenden Darstellungsgeräten eingesetzt. Row-Interleaved arbeitet zeilenweise. dabei halbiert sich die vertikale Auflösung, was die Bildqualität etwas verschlechtert. Bei ausreichendem Betrachtungsabstand fällt die reduzierte Auflösung allerdings kaum auf.

Column-Interleaved

Bei der Wiedergabe in Column-Interleave wird das 3D-Bild zeilenweise gestückelt in ein einzelnes Bild gerechnet. Wie die Darstellungsmethode "Row-Interleaved" wird diese Methode vorzugsweise bei Polfilter-3D genutzt. Die horizontale Auflösung halbiert sich bei dieser Darstellungart, da nur jede zweite Zeile für das eigentliche Bild genutzt wird.

Anaglyph

Kaum noch von Interesse ist die Anaglyph-Methode. Dabei wird der Bildinhalt für das linke und für das rechte Auge in unterschiedlichen Farben (rot/cyan, magenta/grün, rot/gelb) umgewandelt. Mit einer einfachen mit farbigen Gläsern versehenen Brille wird so ein 3D-Effekt erzeugt. Allerdings ist der stereoskopische Effekt eher gering und das Bildmaterial verliert durch die Codierung in unterschiedlichen Farben einiges an optischer Brillanz. Zwar lassen sich so auf jedem beliebigen Fernseher und Monitor stereoskopische 3D-Inhalte anzeigen, von größerer Bedeutung ist die Anaglyph-Technik allerdings aufgrund der mangelhaften Qualität nicht mehr.

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